Schützt den Nußlocher Gemeindewald!

Unser Gemeindewald ist ein wichtiges und wunderbares Naherholungsgebiet. Als Waldmeister-Buchenwald handelt es sich bei unserem Wald sogar um eine besonders hochwertige Form des Buchenwaldes, die auf wertvolle Böden hinweist.
Deshalb sind 86% unseres Gemeindewaldes als Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet ausgewiesen, womit er zu dem europaweiten Schutzgebietsnetz Natura 2000 gehört.
 
Der Schutz dieser Gebiete wird über sogenannte Managementpläne geregelt, aber unsere Verwaltung hat diesen bislang keine Beachtung geschenkt.

Der Wald ist unser bester Verbündeter im Kampf gegen den Klimawandel und seine Folgen!

  • Wie alle Pflanzen wandeln Bäume CO2 in Biomasse um und entziehen damit der Atmosphäre CO2. Ältere Bäume (älter als 80 Jahre) speichern pro Jahr wesentlich mehr CO2 als jüngere, nachwachsende Bäume.
  • Wald wirkt wie eine natürliche Klimaanlage, er kühlt die Umgebung ab. In heißen Sommern kann der Kühlungseffekt bis zu 10 °C betragen.
  • Wald schützt bei Starkregen vor Überflutung, da unverdichteter Waldboden wie ein Schwamm wirkt und große Mengen Wasser aufnehmen kann.
  • Ein intakter Buchenwald beherbergt mehr als 6.000 Arten und ist damit für die Biodiversität von herausragender Bedeutung. Die Artenvielfalt spielt eine wichtige Rolle für die Resilienz unseres Ökosystems.

All diese Funktionen können nur von einem intakten Wald geleistet werden!

Konventionelle Waldwirtschaft

Die konventionelle Waldwirtschaft mit Schirm- und Kahlschlag, wie sie bei uns praktiziert wurde, führt zu starker Auflichtung des Waldes und damit zur Austrocknung des Waldbodens. Einzelne Buchen, die vorher im Verband standen, werden freigestellt, und ihre empfindliche Rinde wird dem Sonnenlicht ausgesetzt, was wiederum zu Sonnenbrand führt und den Baum schwächt. Der Mangel an Totholz in unseren stark bewirtschafteten Wäldern führt zur Verringerung der Artenvielfalt, da viele Lebewesen auf Totholz als Nahrung und Brutstätte angewiesen sind. Die Böden verarmen durch den Entzug von Nährstoffen, die mit dem Holz entnommen werden. Das Befahren der Waldwege und Rückegassen mit schweren Fahrzeugen führt zu einer Verdichtung des Bodens und Zerstörung der Mykorrhiza, d.h. des für die Bäume lebenswichtigen Pilzgeflechts im Boden.

Im FFH-Managementplan heißt es sinngemäß, dass alle im Wald getroffenen Maßnahmen mindestens zu einer Erhaltung, wenn nicht sogar zu einer Verbesserung des beschriebenen Zustands im FFH-Gebiet führen müssen. Davon sind wir in Nußloch heute leider noch weit entfernt!

Die Buche ist Baum des Jahres 2022

Leider hat auch die Buche in den letzten Dürrejahren gelitten, weist aber dennoch die geringste Absterberate aller heimischen Haupt-Baumarten auf. Die Buche hat in Europa eine weite Verbreitung und beweist damit ihr großes Anpassungspotenzial. Als Hoffnungsträger wurde sie gerade zum „Baum des Jahres 2022“ gekürt!

Im Herbst 2019 und 2020 wurden im Nußlocher Wald im großen Stil Buchen geerntet, darunter auch eine Vielzahl gesunder und alter Bäume. Die Ernteflächen erinnerten vielerorts an Schlachtfelder.

Wofür wird unser Buchenholz verwendet?

Nur 30% der Buchen werden – oft über den Umweg nach China – in langlebige Produkte (z.B.  Möbel) umgewandelt. 50% werden zur Energiegewinnung verbrannt und weitere 20% werden zu Papier oder Verpackungsmaterial. Das in der Buche gespeicherte CO2 wird also größtenteils gleich wieder in die Atmosphäre geblasen.

Jedes weitere Molekül CO2 in der Atmosphäre ist eines zu viel!

Während sich die Gemeinde Nußloch das Thema Klimaschutz auf die Fahne geschrieben hat, übersieht sie die naheliegendste und mit geringstem Aufwand realisierbare Möglichkeit, einen echten Beitrag dazu zu leisten.

Unser Wald

Der Nußlocher Wald gehört der Gemeinde und damit allen Bürgerinnen und Bürgern. Wir tragen die Verantwortung dafür, dass unser Wald in seiner Qualität auch in Zukunft erhalten bleibt.

Weniger ist mehr!

Wir fordern den Gemeinderat auf, eine echte ökologische Waldwirtschaft in Nußloch umzusetzen!

Konkret fordern wir

  • Schutz des Waldes entlang der gesetzlich vorgegebenen FFH-Richtlinien
  • Einrichtung und Bestandsschutz von Schutzgebieten (Waldrefugien, Habitatbaumgruppen und Biotopbäumen) entsprechend des im FFH-Managementplan beschriebenen Standards: Waldrefugien als Referenzflächen und mehr als 1.000 Habitatbäume in unserem Wald bis Ende 2022
  • Ausschließlich Einzelbaumernte, schonend für Boden und Tierwelt
  • Keine weiteren Kahlschläge
  • Überführung der Altersklassenwälder (d.h. alle Bäume sind gleich alt) in Naturwälder (d.h. Bäume aller Altersklassen)
  • Ausschließliche Berücksichtigung standortheimischer Baumarten
  • Anreicherung von Totholz auf mindestens 100 m3/ha
  • Keine Auslichtungen im jungen Baumbestand und Bäume alt werden lassen
  • Erneuerung des Waldes durch Naturverjüngung
  • Schonung des Waldbodens (Verzicht auf schwere Großmaschinen, Befahren nur entlang der Rückegassen im Abstand von mindestens 40 m)
  • Überprüfung und ggfs. Rückbau baulicher Entwässerungsstrukturen im Wald
  • Keine Einbringung von Fremdstoffen (Dünger, Pestizide, Kalkungen u.a.)
  • Fundierte, unabhängige Beratung zur Umsetzung eines ökologischen Waldkonzepts
  • Monitoring/Qualitätsmanagement
  • Aussetzung des Forsteinrichtungswerks, welches den jährlichen Einschlag von 2.000 Festmetern Holz (entspricht ca. 500 Buchen im Alter von 100 Jahren) vorsieht
  • Grundlegende Neufassung des im Jahr 2021 vom Gemeinderat verabschiedeten Leitbilds „Naturnaher, klimastabiler Wald“

Ökologisches Leitbild

Einen Vorschlag für ein ökologisches Leitbild für den Nußlocher Gemeindewald haben wir bereits im Sommer 2021 erarbeitet und dem Nußlocher Gemeinderat zur Verfügung gestellt.

BITTE UNTERSCHREIBEN SIE DIE PETITION!

Nur gemeinsam können wir etwas erreichen: Bitte helfen Sie mit, den Nußlocher Gemeindewald zu schützen und in seiner ursprünglichen Form zu erhalten. Bitte unterschreiben Sie unsere Petition, wenn Sie mit den oben genannten Zielen übereinstimmen und eine echte ökologische Waldwirtschaft für den Nußlocher Gemeindewald wünschen!