Die Rot-Buche – Der Baum des Jahres 2022

Die "Baum des Jahres" Dr. Silvius Wodarz Stiftung und Verein e.V. hat die Rot-Buche zum Baum des Jahres 2022 gekürt und unterstreicht deren Wichtigkeit in Zeiten des Klimawandels.

Der Verein „Baum des Jahres e.V.“ hat mit der Rot-Buche den Baum des Jahres 2022 gekürt.

Die Mitglieder eines Kuratoriums aus 32 Umweltorganisationen, -institutionen, Verbänden und Forschungseinrichtungen haben abgestimmt. Dabei kam es zu einem Novum. Erstmals seit 34 Jahren konnte sich eine Baumart ein zweites Mal durchsetzen.

Die Rot-Buche (Fagus sylvatica) ist die häufigste Laubbaumart in Deutschlands Wäldern. Auch im Nußlocher Waldmeister-Buchenwald bestimmt sie das Waldbild eindrücklich.

Die Rot-Buche

In der Laudatio auf die Rot-Buche wird insbesondere deren Wichtigkeit in Zeiten des Klimawandels hervorgehoben.

„Auf die seit vier Jahrzehnten spürbar zunehmende Klimaerwärmung, die mit häufigeren Trockenperioden einhergeht, reagiert die Buche mit einer Reduktion der Blattdichte im Kronenbereich, um die Gefahr eines zu hohen Wasserverlustes durch Verdunstung zu reduzieren.“, so heißt es im vom Verein veröffentlichen Steckbrief zur Baumart.

Bezugnehmend auf die bislang stärkste, von 2018–2020 anhaltende Trockenheit mit sommerlichen Hitzeperioden vergleicht der Verein die Widerstandsfähigkeit der vier Hauptbaumarten Fichte, Kiefer, Eiche und Buche. Dazu zitiert sie aus dem Waldzustandsbericht:

Die geringste Absterberate wies mit etwa 0,3 Prozent die Buche auf.

Waldzustandsbericht // Baum des Jahres e.V.

Zukunft der Rot-Buche

Der Steckbrief attestiert der Buche unter anderem

  • ein recht hohes genetisches Anpassungspotenzial und
  • die Funktion des „Wasserwerks“ des Waldes.

Damit wäre sie geeignet, die Gefährdung der Wälder durch die zunehmenden Dürreperioden zumindest abzumildern. 

Weiter heißt es im Text: „Bei der im Winter kahlen Buche fließt ein Großteil des Niederschlags als Stammabfluss direkt in den Waldboden. Dank der durchgängig glatten Rinde und der relativ steil aufragenden Kronenäste ist der Stammabfluss bei der Buche besonders hoch, höher auch als bei allen übrigen Laubbaumarten im Wald.“

Erste Untersuchungen an Jungwüchsen haben gezeigt, dass auch die Buche durchaus fähig ist, mit Klimaveränderungen umzugehen.

Andreas Roloff, Professor für Forstbotanik an der TU Dresden

Laut der offiziellen Presseerklärung der Stiftung und des Vereins und bezugnehmend auf die Forschungsergebnisse von Andreas Roloff, Professor für Forstbotanik an der TU Dresden und Mitglied im Kuratorium Baum des Jahres, „macht es Hoffnung, dass erste Untersuchungen an Jungwüchsen gezeigt haben, dass auch die Buche durchaus fähig ist, mit Klimaveränderungen umzugehen.“

So ist es nicht verwunderlich, dass zum ersten Mal in der Geschichte des „Baum des Jahres“ eine Art den Titel zweimal geholt hat: Fagus sylvatica, die Rot-Buche!

Waldmeister-Buchenwald in Nußloch

Wir hoffen, dass die Buche als Baum des Jahres 2022 noch mehr ins Interesse der Öffentlichkeit rückt! Ebenso wünschen wir uns, dass weitere Anstrengungen unternommen werden, unseren Buchenbestand in Nußloch zu schützen und weiter zu kultivieren.

Nicht umsonst ist unser in Nußloch typischer Waldmeister-Buchenwald als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet nach europäischem Naturschutzgesetz besonders geschützt.

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