Exporte von Rohholz im Jahr 2020 auf Rekordniveau

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, exportierte Deutschland im Jahr 2020 insgesamt rund 12,7 Millionen Kubikmeter Rohholz im Wert von 845 Millionen Euro.

In einer Pressemitteilung vom 10.5.2021 informiert das statistische Bundesamt über die Exporte von Rohholz und über das Volumen des Holzschlags im Jahr 2020.

Laut Pressemitteilung wurden im Jahr 2020 rund 80,4 Millionen Kubikmeter Holz eingeschlagen. Dieser Wert ist der höchste seit der Wiedervereinigung. Laut Pressemitteilung gibt es vor allem zwei Gründe für den Rekordeinschlag:

  • Der Bauboom während der Corona-Pandemie hat die Nachfrage nach Holz als Baustoff im In- und Ausland angekurbelt
  • Vermehrte Waldschäden infolge des auch durch Trockenheit und Hitze begünstigten Insektenbefalls

Mehr als die Hälfte des eingeschlagenen Holzes war demnach beschädigt.

Wohin geht das Holz?

Rund 12,7 der insgesamt 80,4 Millionen Kubikmeter Rohholz (also knapp 16%) gingen laut Pressemitteilung in den Export. Die Volksrepublik China war dabei mit Abstand der größte Empfänger des Holzes, 6,4 Millionen Kubikmeter (mehr als 50%) wurden dorthin exportiert.

Die Anbieter des Rohholzes konnten von der steigenden Nachfrage im Jahr 2020 allerdings kaum profitieren. Die Rohholzpreise liegen trotz eines leichten Anstiegs nach wie vor um gut 25% unterhalb des Niveaus aus dem Jahr 2015.

Schon im Juni 2020 berichteten die Westfälischen Nachrichten, dass gut 25% der wegen des Borkenkäfers eingeschlagenen Fichten nach China verschifft wurden. Der zuständige Vermarkter betont, dass „das Modell nicht gewinnbringend sei, die Erlöse deckten die Kosten nur so gerade“.

Weitere Konsequenzen

Mit der Entnahme kranker und beschädigter Bäume werden leider die im Wald verbliebenen Bäume noch stärkeren Einflüssen des Klimawandels ausgesetzt. Da es weniger schützende Kronendächer gibt, werden Sonneneinfall und Hitze intensiviert. So kommt es zu weiteren Beschädigungen der angrenzenden Bäume in den Folgejahren.

Das entnommene Holz diente gleichwohl als CO2-Speicher und fehlt nun. Die Verschiffung nach Asien geht leider mit zusätzlichem Energiebedarf einher und belastet so die Umwelt zusätzlich.

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